Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Schlaganfall

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Schlaganfall
Diagnose eines Schlaganfalls

Die Diagnose eines Schlaganfalls sollte möglichst schnell erfolgen, da es sonst zu einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn und somit zu Folgeschäden kommen kann. Bei einer ersten Befragung des Patienten können häufig auch die Informationen der Angehörigen von Bedeutung sein, da die Betroffen u. U. bereits an Sprach- oder Bewusstseinsstörungen leiden. Zur weiteren Diagnose folgen dann Untersuchungen wie Echokardiogramm, Dopplersonografie und Angiografie sowie verschiedene Blutuntersuchungen. Mit einem Test kann man bereits zu Hause überprüfen, ob möglicherweise ein Schlaganfall vorliegt. Dabei muss der Betroffene lächeln, beide Arme heben und den Satz „Ich benötige keine Hilfe“ nachsprechen.

Diagnose eines Schlaganfalls

Trifft der Notarzt am Ort des Geschehens ein, kann er den Patienten nur schnell in eine Klinik bringen. Zur genauen Abklärung eines Schlaganfalls (auch Apoplex, Hirnschlag), ist eine schnelle Diagnose erforderlich. Es muss abgeklärt werden, welche Art des Schlaganfalls vorliegt, damit rasch therapeutische Schritte eingeleitet werden können. Denn beim Schlaganfall ist deshalb höchste Eile geboten, weil die Zeit über das weitere Schicksal des Betroffenen entscheidet. Etwa drei, maximal sechs Stunden verbleiben dem Ärzteteam, um geeignete Schritte zur Behandlung des Schlaganfalls einzuleiten. In etwa so lange hält der Körper eine Art Notversorgung über die Blutgefäße, die sich nahe dem Verschluss befinden, aufrecht. Wird diese Zeit überschritten, ist ein Absterben der Nervenzellen im betroffenen Hirnareal unwiderruflich.

In den letzten Jahren hat die Schlaganfalltherapie große Fortschritte gemacht. Wohl die wichtigste Neuerung der letzten Jahre ist die Einrichtung sog. Stroke Units, von Spezialkliniken bzw. -stationen für Schlaganfälle. Ein multidisziplinäres Ärzteteam kümmert sich dort um alle Belange der modernen Diagnose, Therapie und Frührehabilitation.

Befragung des Betroffenen bei Verdacht auf einen Schlaganfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist die Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) zur Diagnose zunächst unerlässlich. Auskünfte über die Entwicklung der Symptome und die vorhandenen Risikofaktoren sind jedoch bei Klinikeinlieferung oftmals schwer von den Patienten zu erhalten, da diese anfangs unter Sprach- und/oder Bewusstseinsstörungen leiden. Die Auskünfte der begleitenden Angehörigen sind immens wichtig, weil sie häufig den Beginn des Schlaganfalls und das plötzliche Auftreten neurologischer Ausfälle beobachtet haben.

Symptome von Schlaganfälle

Plötzlich, aus scheinbarer Gesundheit heraus, können folgende Zeichen eines Schlaganfalls – oftmals auch mehrere gleichzeitig – auftreten:

  • Sehstörungen einseitig oder beidseitig in Form von Doppelbildern oder Gesichtsfeldausfällen
  • Wahrnehmungsstörungen bzw. fehlende Wahrnehmung eines Teils der Umwelt
  • Schwindel, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen (Ataxie), Gangstörungen
  • Taubheitsgefühl – oftmals einseitig
  • Lähmung oder Schwäche im Arm, Bein, Gesicht oder der ganzen Körperhälfte
  • Plötzliche Verwirrung, Verständnis-, Sprachstörung und depressive Grundstimmung
  • Plötzlich auftretender, starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache in Kombination mit entgleistem Blutdruck
  • Orientierungsstörungen
  • Schluckstörungen (Dysphagie)

Test zur Erkennung des Schlaganfalls

Um einen Schlaganfall auch als Laie erkennen zu können, kann man den Test „Cincinnati Prehospital Stroke Scale“ durchführen. Den Test haben Ärzte in den USA vorgestellt, der auch für ungeübte Personen das Erkennen eines Schlaganfalls innerhalb kürzester Zeit ermöglicht. Hinter der Eselsbrücke „F-A-S-T“, übersetzt „schnell“, verbirgt sich: face (Gesicht) – arms (Arme) – speech (Sprache) – time (Zeit). Die Überprüfung folgender Schlüsselsymptome ist damit verbunden:

  • Lächeln – bei einer Lähmung ist das Gesicht einseitig verzogen.
  • Gleichzeitiges Heben beider Arme mit den Handflächen nach oben. Bei einer Lähmung ist nur das Heben eines Arms möglich, bzw. der Arm sinkt oder dreht sich, vor allem bei geschlossenen Augen, ab.
  • Nachsprechen eines einfachen Satzes, z. B.: „Ich benötige keine Hilfe.“ Der Satz muss korrekt wiedergegeben werden, die Sprache sollte dabei nicht verwaschen sein.

Indem der Betroffene gebeten wird, diese Tätigkeiten auszuführen, ist meist eine schnelle Vorabdiagnose möglich.

Neurologische und internistische Untersuchung zur Diagnose eines Schlaganfalls

Mit einer neurologischen Untersuchung zur Diagnose eines Schlaganfalls werden Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, die Beeinträchtigung von Reflexen, Gefühls-, Sprach- und Verständnisstörungen festgestellt. Dabei können Erkenntnisse über die betroffenen Gehirnteile gewonnen werden. Auch das Ausmaß der Schädigung durch den Schlaganfall kann geschätzt werden.

Die internistische Untersuchung zur Diagnose eines Schlaganfalls erfolgt durch folgende Untersuchungsmittel: Eine Echokradiografie (EKG) ist zur Herzuntersuchung notwendig. Herzrhythmusstörungen, anatomische Anomalien und ein Blutgerinnsel (Thrombus) am Herzen, das als Embolus ins Gehirn wandern und einen Schlaganfall auslösen kann, sind so ersichtlich. Die Dopplersonografie gibt dem Arzt Aufschluss über die betroffenen Blutgefäße im Gehirn bzw. über das Ausmaß deren Schädigung. Eine Angiografie kann mithilfe von Kontrastmitteln Informationen über Lage und Ausmaß der Gefäßschädigungen geben. Blutuntersuchungen (Blutbild, Blutgerinnung, Cholesterin-, Blutzucker- oder Entzündungswerte) sind zur Diagnose eines Schlaganfalls ebenfalls erforderlich.

Bildgebende Verfahren zur Diagnose eines Schlaganfalls

Bevor die Therapie begonnen wird, muss vorwiegend mithilfe der Computertomografie (CT) untersucht werden, welche Art des Schlaganfalls vorliegt. Ein CT des Kopfes zeigt eine Hirnblutung in der Regel sofort. Ein unblutiger (auch: ischämischer) Infarkt kann erst nach Stunden nachweisbar sein. Eine Kernspintomografie (MRT) dient bei der Diagnose eines Schlaganfalls zur genaueren Abklärung. Die Dopplersonografie, eine spezielle Art des Ultraschalls, zeigt, ob Gefäßverengungen im Halsbereich oder im Gehirn vorhanden sind. Der Grad einer Arterienverkalkung wird hierbei deutlich.

Birgit Lindner

30. September 2016
Nach einem ischämischen Schlaganfall kommen in der Regel eine Lysetherapie oder eine Thrombektomie infrage. Das Zeitfenster für die Lysetherapie liegt bei 4,5 Stunden. Forscher haben das Zeitfenster für die Thrombektomie ermittelt.
  
20. September 2016
Betroffene und Angehörige können die Nöte, Sorgen, Ängste von anderen Betroffenen verstehen. Curado bietet im Forum die Mögichkeit zum Austausch
  
05. August 2015
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04. August 2015
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17. Juli 2015
Ein Gefäßverschluss im Gehirn oder eine Gehirnblutung kann zur Entstehung eines Schlaganfalls führen. In den meisten Fällen handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall, dessen Ursache häufig Arteriosklerose ist. Die Ursache für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist meist ein defektes Blutgefäß.
  
17. Juli 2015
Liegt ein Verdacht auf einen Schlaganfall vor sollte der Betroffene direkt von einem Neurologen untersucht werden, um auch versteckte Symptome, die auf einen Schlaganfall hinweisen, richtig einordnen zu können. Dabei ist vor allem auch die Frage nach eventuell aufgetretenen Frühwarnsymptomen wichtig.
  
Therapie Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall sollte schnellstmöglich die Behandlung des Patienten in einer Klinik erfolgen. Besonders geeignet sind spezialisierte Zentren, die eine sog. Stroke-Unit besitzen. Die Therapie eines Schlaganfalls richtet sich nach der Art des Schlaganfalls. Ein ischämischer Infarkt wird in der Regel mit Medikamenten, der sog. Lysetherapie behandelt. Diese muss innerhalb von drei bis vier Stunden nach Eintreten des Schlaganfalls durchgeführt werden. Bei einem hämorrhagischen Infarkt werden blutdrucksenkende Medikamente oder eine Punktion eingesetzt. Auf diese Weise soll der auf das Gehirn einwirkende Druck verringert werden. Im Anschluss kann eine Rehabilitation dem Patienten die Rückkehr in den Alltag erleichtern.

Eine Änderung des Lebensstils kann helfen, einem Schlaganfall vorzubeugen. Zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall gehören Rauchen, Übergewicht und wenig sportliche Betätigung. Dementsprechen sollte man Wert auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung legen. Darüber hinaus sollte man auf den Konsum von Nikotin verzichten und sich ausreichend bewegen. Auch regelmäßige Untersuchungen von Blutdruck und Blutzucker können helfen, dem Risiko für die Entstehung eines Schlaganfalls entgegenzuwirken. Die Folgen eines Schlaganfalls sind vielseitig, u. a. können Beeinträchtigungen der Sinnesorgane oder der inneren Organe eintreten. Auch ein erhöhtes Thromboserisiko oder eine Minderung der intellektuellen Leistungsfähigkeit können mit einem Schlafeinfall einhergehen.

Zur Entstehung eines Schlaganfalls kommt es durch eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen aufgrund einer gestörten Durchblutung des Gehirns. Gründe dafür können die Verstopfung eines Blutgefäßes infolge eines Gerinnsels oder eine Gefäßverkalkung sein. Bei der Gefäßverkalkung kommt es durch Ablagerungen zu einer Schädigung der Gefäße. In vielen Fällen tritt vor einem Schlaganfall ein sog. Minischlaganfall, eine transitorische ischämische Attacke auf. Es kann dadurch kurzzeitig zu Lähmungen sowie Sprach- und Sehstörungen kommen. Symptome eines Schlaganfalls sollten ernst genommen und schnellstmöglich untersucht werden. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, allerdings kann es auch bei Kindern zu einem Schlaganfall kommen. Ratgeber Schlaganfall möchte Ihnen die wichtigsten Informationen in übersichtlicher Form aufzeigen. Tiefergehende Informationen  über Selbsthilfegruppen, Kostenträgern usw. erhalten Sie z.B. von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.